Statements
«Was nun?»: Monatsgespräche mit Tagi-Peko-Präsident Daniel Suter in der WOZ, Nr. 23, 24, 25 und 26.
Teil 1 (PDF) vom 4.6.09 / Teil 2 (PDF) vom 11.6.09 / Teil 3 (PDF) vom 18.6.09 / Teil 4 (PDF) vom 25.6.09
Auch am Podium «Die Zukunft der Kulturberichterstattung» am 22. Juni im Zürcher Theater am Neumarkt waren die Entlassungen beim «Tages-Anzeiger» ein Thema:
Davon berichten die WOZ (PDF) vom 25.6.09 / das P.S. (PDF) am 25.6. / und die NZZ (Link) am 24.6.09 /
Als eine der wenigen Zeitungen berichtet P.S. kontinuierlich über die Vorgänge beim Tages-Anzeiger:
Protest am 26.Mai / Keine Spur von sozialverträglich / Verhandlungsstart / Bittere Zeiten: Gespräch mit Daniel Suter / Irrtum? / Schwierige Solidarität / Relativ solidarisch / Kundgebung vom 1. Juli: Wohin des Wegs? / Sozialplan steht
Brief von Robert und Annerose Ruoff an den Co-Chefredaktor des «Tages-Anzeigers», Res Strehle, vom 28.6.09
Inserat von 75 ehemaligen Redaktorinnen und Redaktoren des «Tages-Anzeigers», publiziert 13.6.09
Regierungsrat Dr. Markus Notter über die Schwierigkeiten der klassischen Abo-Zeitungen, Intranet des Kanton Zürich, 22.6.09
Solidaritätsbekundung Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB, 26.5.09
Solidaritätsbekundung Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union DJU, 26.5.09
«Man kann nachvollziehen, dass die Medienhäuser auf die Krise reagieren müssen, besonders solche, die abonnierte Zeitungen herausgeben. Denn die Zeitungen sind im multimedialen Zeitalter nicht mehr so gefragt wie früher. Aber die Art der Reaktion schockiert, betrübt, irritiert. Schockierend ist der Umfang des Abbaus - gerade beim "Tages-Anzeiger" oder beim "Bund". Betrüblich ist, dass verdiente, hochkompetente Journalistinnen und Journalisten gehen müssen und dass auf diese Weise viel Sachverstand verloren geht. Irritierend ist, dass dabei behauptet wird, die Qualität der betroffenen Medien bleibe erhalten. Das kann nicht stimmen, die Medien werden nicht mehr die gleiche publizistische Leistung erbringen können wie zuvor. Journalismus ist eben nicht nur routiniertes Handwerk, er ist auch Kunstwerk - Tag für Tag. Darum ist es bedauerlich, dass die Verleger nicht antizyklisch handeln: Rote Zahlen in der Krise, Reserven im Boom. Dies würde allen dienen: den Beschäftigten, dem Publikum - und der Demokratie mit ihrer Meinungsvielfalt.»
Roger Blum, Direktor des Instituts für Kommikations- und Medienwissenschaft der Universität Bern, ehemaliger Präsident des Schweizerischen Presserats
«ich bin entrüstet. einerseits. entrüstet, über das, was passiert, und darüber, wie es geschieht. und ich bin traurig. andererseits. denn am liebsten würde ich unterschreiben und mich solidarisch zeigen - mit all jenen, die einfach wegrationalisiert werden. doch leider stehe ich in einer dummen lage, in der mir das unterschreiben zum verhängnis werden könnte. und nun steh ich zwischen meinen beiden seelen und denke mir: feige bleiben ... oder nach der devise leben, die mir bis anhin eigentlich credo war: zu dem stehen, was ich denke, fühle. wäre ich nicht über 50 ... mir wären die konsequenzen egal. auf jeden fall möchte ich, dass ihr wisst, dass es sich nicht um gleichgültigkeit handelt, sondern um druck ... und seid mir nicht allzu böse.»
Name der Redaktion bekannt
«... Es hat mich entsetzt, als ich las, dass Tamedia die beiden Präsidenten der Personalkommissionen in Bern beim Bund und in Zürich beim Tagesanzeiger in die Wüste schickt. Zwei Männer, die während 20 beziehungeweise 30 Jahre zum Erfolg der beiden Blätter beigetragen haben, die sich für das gebeutelte Personal wehrten, die sich exponierten, genau so wie sich die Zeitung exponiert, wenn sie Unheil ahnt, wenn sie Ungerechtigkeiten zu Recht und in meinem Leserinteresse geisselt. Wer hat das Verlagshaus Tamedia in die Irre geführt, wer hat nicht erkannt, dass die jetztige Krise nicht konjunturelle, sondern strukturelle Gründe hat. Wer hat das Regionalkonzept mit Eifer und grossen Worten eingeführt, wer ist zum Kampf gegen die Landzeitungen im Kanton Zürich angetreten und ist gescheitert, wer hat die Regional-Redaktionen aufgebaut, hat 70 Stellen geschaffen, die jetzt in der Zahl allesamt vom Abbau bedroht sind. Wer ist auf die grosse Einkauftour gegangen, hat sich in der Ostschweiz bedient, wer hat sich die Espace-Medien in Bern einverleibt und gerade kürzlich auch noch die Edipress in der Westchweiz geschnappt. Zu den strukturellen Problemen in Zürich posteten die Einkäufer von der Werdstrasse auch noch die gleichen Probleme in Bern und Lausanne hinzu; sie machten sie damit schlicht und einfach dreimal grösser. Wo war der strategische Weitblick, den der Tagi tagtäglich in seinen Spalten bei den andern in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft reklamiert. Nirgends. Es war Martin Kall, der Umtriebige und Wachstumshungrige, der nicht lassen konnte, was in die Falle führte. Und wo waren die Kontrolleure, wo der war der Aufsichtsrat? Waren auch sie vom Wachstum geblendet? Eines ist sicher. Alle sitzen noch bequem in ihren Sesseln. Noch feuern sie, wenn sie feuern können: Die Mitarbeiter. Die entlassenen Mitarbeiter haben mit ihrem Stellenverlust dazu beizutragen, dass die blinden Chefs herausfinden aus der Falle, in das sie das Unternehmen führten. Entsetzlich.»
Anton Schaller, Leserbrief an den «Tages-Anzeiger» vom 2.6.09
Unterschriftensammlung: Mit dem Abschluss der Sozialplanverhandlungen haben sich die Vertretungen der Arbeitnehmenden verpflichtet, keine UNTERSCHRIFTEN mehr zu sammeln
SCHICKEN SIE EIN MAIL an die Verlagsleitung und Chefredaktion des «Tages-Anzeigers». Schreiben Sie den Verantwortlichen persönlich, was Sie vom Stellenabbau beim «Tages-Anzeiger» halten oder kopieren Sie den Text des hier gespeicherten Briefs in das Textfeld. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
