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Es gibt in der Schweiz zu viele Zeitungen und viel zu viele Journalisten. Weniger ist mehr.

Bernd Welf, Mon 08/17/09 3:19PM

Martin Kall ist ein smarter Menschen- und Schweiztumverachter. Dies sagt er aber nur hinter vorgehaltener Hand.
Ab 2002 hat er den Tagi systematisch auf Investorenkurs gebracht und dabei z.B. die damals noch hochdotierte Personalabteilung de facto liquidiert.
So ist das eben, der Tagi ist zwar leicht links anzusiedeln - intern entsteht leider, und das muss ich sagen, immer mehr ein Klima der Angst, des Misstrauens und ein System, dass gegen Andersdenkende rigoros und ohne Toleranz vorgeht. Viel Spass weiterhin an der Werd.



Michel Hauser, Mon 08/10/09 2:52PM

Als Tagiabonnent seit über dreissig Jahren, habe ich die Entwicklung zum Boulevard in den letzten Jahren immer wieder verteidigt (immerhin die beste Zürcher Frühstückslektüre mit immer wieder erhellenden Inputs). Nun stecke ich im Dilemma: ob der massiven redaktionellen Ausdünnung und Zurechtschrumpfen auf eine bessere Regionalzeitung möchte ich die Zeitung am liebsten abbestellen. Damit trage ich aber zu dieser unheilvollen Entwicklung bei. Darum wäre es besser, den Abobeitrag auf ein Sperrkonto einzuzahlen und erst dann zu überweisen, wenn das redaktionelle Niveau garantiert wird. Wer macht da mit? Hat Comedia den Power dafür?


Pete Mijnssen, Fri 07/3/09 7:01PM

Es tut mir leid für alle die ihren Job verlieren. Ich glaube aber, dass kein Unternehmen gerne Angestellte entlässt, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Dass letztes Jahr bei TAM noch ein Gewinn erwirtschaftet wurde, heisst gar nichts und erst zu handeln, wenn eine Firma Verlust macht, bedeutet meistens, dass noch mehr Leute ihre Arbeit verlieren.
Ausserdem sind gedruckte Zeitungen sowiso ein Auslaufmodell, sie werden über kurz oder lang alle durch neuartige, digitale Medien ersetzt werden. Eine Firma ohne finanziellen Spielraum kann bei der Entwicklung dieser neuen Formate nicht mithalten und wird zwangsläufig eingehen..


Oliver Wehrli, Thu 07/2/09 7:26AM

Ich war am Helvetiaplatz. Da haben doch drei Journis abgemacht, dass sie einen "Trotz" Tagi lancieren wollen. Der Name wurde auch besprochen. "Neuer Tagesanzeiger"- und das Ganze als Monatszeitschrift. Tja, gute Idee - wenn das Blatt in Fronarbeit gemacht wird, die 3'000 Franken Druckkosten für 25'000 Expl. bei Ringier, sind sicher aufzutreiben. Bis gespannt!

Alfred Huber, Zürich, Wed 07/1/09 4:43PM

ihr seid sehr schlecht organisiert! das mail für die versammlung kam erst um 12 uhr mittags über umwegen an! und wieso kein Facebook? nutzt doch die neuen medien um eine breite öffentlichkeit zu erreichen, sonst versandets!

Lieb Gruss
Teresa


teresa, Wed 07/1/09 2:24PM

Erstens: Es ist doch nicht neu – es war schon immer so, bis auf wenige Ausnahmen –, dass Verleger ihre Medien in erster Linie als Renditeobjekt betrachten. Und Journalisten dies schlichtweg ignorieren (wollen; warum, sei dahingestellt).

Zweitens: Seit es das Internet gibt, ist klar, dass sich klassische Medien verändern müssen. Zu den Neuen Medien haben sich Journalisten nur im Ausnahmefall bekannt. Es trifft sie als Berufsgruppe nun ebenso, wie es andere Berufe bereits getroffen hat. Und weitere treffen wird. "Survival of the fittest" ist gefragt; fit bedeutet "geeignet, angepasst, passend sein".

Drittens: In jedem Gewerbe der Welt gibt es Unternehmer, die ehemals "Arbeiter, Angestellte" (also "Abhängige") waren. Machen sie sich selbständig, haben sie die gleiche Chancen wie jeder andere sie auch hätte. Warum gibt es keine Mediengründungen (auf der Basis heutigen Medienkonsums) von denen, die doch so viel von Medien verstehen? Warum überlässt man eigentlich "new media economy" fast ausschliesslich Quereinsteigern ???



Hans-Georg Wenke, Tue 06/30/09 4:26PM

Ich applaudiere zu "Rettet den Tagi" und hoffe für die Zeitung und die von den Kündigungen betroffenen Mitarbeitenden, dass die Aktion wenigstens einen Teilerfolg landet. Leider hat das Niveau des Tagi bereits jetzt einen epochalen Tiefstand erreicht, so dass ich nun nach fast 40 Jahren (endlich) mein Tagi-Abo kündige.

Bei all den geschätzten und leider auf ähnliche Weise weggeputzten Journalisten meiner einstigen Leibblätter (Weltwoche, Magazin, nun auch Tagi) keimt vage Hoffnung auf eine Initiative, die dieses brach liegende Kapital zur Lancierung einer echten Qualitätszeitung mit sozial-liberaler Grundhaltung nutzen würde. Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass es dafür eine interessierte und zahlungsbereite Leserschaft gibt. Bis dahin fülle ich die Lücke - wie vor mir schon unzählige, weniger geduldige Bekannte - mit dem Wechsel zum Konkurrenzprodukt von der Falkenstrasse.

Franz-Xaver Nager, Altdorf


Franz Xaver Nager, Sat 06/27/09 3:40PM

Schlimm, dass der Qualitätsjournalismus nun auch in der Schweiz kurzfristigen Profiten geopfert wird. Lange Zeit habe ich mit Bewunderung auf dieses Land geschaut, dass mir geradezu als Bollwerk für eine hochwertige Berichterstattung und faire Honorare erschien. Mit dem gleichen Problem haben wir in Deutschland indes schon geraume Zeit zu kämpfen und bisher kein Patentrezept gefunden. Sollten die Tagi-Leser nun ihre Abos stornieren und damit auch den Rest der Redaktion arbeitslos machen? Ich habe mich lange Zeit dem Billigjournalismus ebenso verweigert wie der immer weiter um sich greifenden Vermischung von Werbung und Redaktion. Andere haben sich als Vorreiter auf diesem Gebiet betätigt und damit ihre Schäflein ins trockene gebracht.

Über das Aussterben von Verleger-Persönlichkeiten zu klagen erscheint mir ebenso nutzlos, wie auf die Politik zu hoffen. Die Konsequenz lautet für mich, dass ich meine Geschäfte selbst in die Hand nehme und notfalls einen anderen Beruf ergreife, bis die Gesellschaft wieder bereit ist, unabhängigen Qualitätsjournalismus zu honorieren.

In diesem Sinne wünscht Ihnen Alles Gute für die Zukunft

Michael Simm, Offenburg


Michael Simm, Mon 06/22/09 1:53PM

Schurken findet man in diesem Trauerspiel keine; - nur hunderttausende von Dumpfbacken, die zu knausrig sind, sich eine Qualitäts-Zeitung zu gönnen, und sich stattdessen mit einem Gratisblatt begnügen. Till Lincke, Zürich

Till Lincke, Sun 06/21/09 3:53PM

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